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Schulpsychologische Beratung von Schülern

Schulpsychologen beraten einzelne Schüler und Gruppen von Schülern bei Schulschwierigkeiten. Dies können sowohl Leistungs- und Lernschwierigkeiten als auch Verhaltensprobleme und soziale Auffälligkeiten sein. Einzelne Anlässe und Problemstellungen sind z.B.

  • Leistungsschwankungen und Leistungsversagen
  • Lern- und Arbeitsstörungen
  • Teilleistungsstörungen wie Lese-Rechtschreibschwäche und Rechenschwäche
  • mangelnde Motivation
  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schul- und Prüfungsangst
  • geringes Selbstvertrauen
  • Schulschwänzen
  • soziale Auffälligkeiten wie z.B. aggressives oder gehemmtes Verhalten
  • Fragen zur Schullaufbahn

Gemeinsam mit Eltern und Lehrern werden mögliche Ursachen für die Probleme erhoben mit dem Ziel, eine umfassende, sachgerechte und zutreffende Diagnose zu erstellen. Sie wird gestützt durch psychologische Diagnostik, die je nach Fragestellung eingesetzt wird. Die pädagogisch-psychologische Intervention erfolgt in Absprache mit allen Beteiligten.
Ziel schulpsychologischer Arbeit ist es, sowohl die Sachkompetenz beim Lernen als auch die Ich- und Sozialkompetenz der Schüler zu stärken. Im schulpsychologischen Beratungsspektrum finden sich - abhängig von länderspezifischer Aufgabenbeschreibung- auch einzel- und gruppentherapeutische Angebote für Schüler mit Lern- und Leistungsstörungen.
Ein bedarfsgerechtes Beratungsangebot für Schüler (und deren Eltern) sowie Lehrern und Schulleitern würde in einigen Bundesländern eine deutliche Ausweitung der Stellen für Schulpsychologen bedeuten. Als Zielgröße gilt 1 Schulpsychologe für 5000 Schüler (KMK-Empfehlung 1974).

Durch die Beratung von Schülern öffnet sich auch der Blick für Mängel in den schulischen Rahmenbedingungen. Generalisierbares Wissen aus der Einzelfallhilfe erlaubt also Rückschlüsse auf notwendige Veränderungsschritte der inneren Schulreform und der organisatorischen Entwicklung.

Auf Wunsch der Ratsuchenden ist eine Zusammenarbeit mit privaten Diensten und Stellen der Jugendhilfe möglich. In Sonderfällen, z.B. beim Schutz von Minderjährigen, können Schulpsychologen auch als ÑAnwalt des Kindesî tätig werden. Bei Fragen, die sich auf soziale Probleme beziehen, also z.B. Aussenseiterproblematik, Disziplin innerhalb und ausserhalb des Unterrichts, Umgang mit Konflikten und Gewalt, kann zwar der einzelne Schüler im Mittelpunkt schulpsychologischer Bemühungen stehen - in der Regel sind diese Fragen jedoch nicht unabhängig von der Schulklasse und vom Unterricht zu sehen. So müssen auch die Verhaltens- und Reaktionsweisen von Lehrern mit in die Diagnose und mögliche Verhaltensänderungsprogramme einbezogen werden. In diesen Fällen geht es bei der schulpsychologischen Beratung darum, die Sozialkompetenz des Schülers und seiner Umgebung zu erhöhen.

Es wird bei den o.a. Beispielen der Arbeit mit Schülern deutlich, dass ein Ansetzen allein am Individuum in der Regel zu kurz greift: Die Lernfähigkeit eines Schülers ist nicht losgelöst zu sehen von den Ansprüchen und den Hilfen der Eltern, das Lernen im Unterricht nicht losgelöst von der Kompetenz der Lehrer und von den Mitschülern.

Noch deutlicher ist diese Vernetzung bei sozialen Fragestellungen: Das Verhalten eines Schülers ist geprägt von den Sozialisationserfahrungen und Kommunikationsstrukturen in der Familie. Es ist aber auch nicht unabhängig von den Regeln einer Schulordnung, den praktizierten Konfliktlösungs-Strategien und der Art, wie Lehrer versuchen, diesen Geltung zu verschaffen.