Das Land Thüringen entlässt 16 Schulpsychologen
Erfurter Massaker Kein Geld für Psychologen
Nachdem Robert Steinhäuser Ende April 2002 im Erfurter Gutenberg-Gymnasium ein Blutbad angerichtet hatte, stellte Thüringen zunächst zusätzliche Psychologen ein. Doch die müssen jetzt wieder gehen - dem Land ist dieKrisenprävention zu teuer. Knapp anderthalb Jahre nach dem tödlichen Amoklauf von Robert Steinhäuser im Erfurter Gutenberg-Gymnasium reduziert das Land Thüringen die Zahl seiner Schulpsychologen wieder um die Hälfte. Als Reaktion auf das Blutbad vom 26. April 2002 hatte das Kultusministerium damals 16 zusätzliche Psychologen eingestellt. Die auf ein Jahr befristeten Arbeitsverträge würden nicht mehr verlängert, teilte das Ministerium nun mit.
Noch im November 2002 hatte Kultusminister Michael Krapp (CDU) seiner verstärkten Expertentruppe bescheinigt, sie wirke "krisenpräventiv". Trotz Vorbeugung könne letztlich niemand so etwas wie in Erfurt verhindern, argumentiert nun Ministeriumssprecher Dietmar Müller.
Nach Ansicht von Volker Emde, dem bildungspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, sind die zusätzlichen Stellen nicht mehr nötig. Außerdem, so Emde, "ist die Haushaltslage desaströs".
DER SPIEGEL 36/2003 - 01. September 2003
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